KINDERSPIEL pädagogisch therapeutische Praxis

„Ich glaube, dass der Kern jeder Traumatisierung in extremer Einsamkeit besteht. Im äußersten Verlassensein. Damit ist sie häufig, bei Gewalttrauma immer, auch eine Traumatisierung der Beziehungen und der Beziehungsfähigkeit. Eine liebevolle Beziehung, die in mancher Hinsicht einfach „sicher“ ist, wird unerlässlich sein, um überhaupt von einem Trauma genesen zu können.“

(Onno van der Hart)

Traumapädagogische Erziehungs- / Pflegeelternberatung

Erziehungsberatung mit Blick auf die Psychotraumatologie und der Traumapädagogik ist unumgänglich für Eltern (z.B. Adoptiv- und Pflegeeltern) mit traumatisch belasteten Kindern.

Kinder können sich in der Bewältigung traumatischer Ereignisse nicht auf gefestigte innere Strukturen ihrer Persönlichkeit und auf reifere kognitive Fähigkeiten zurückgreifen. Sie fallen dann auf mit destruktiven Verhaltensweisen.

Damit Eltern erkennen, dass diese Verhaltensweisen normale Reaktionen des Kindes auf eine unnormale Situation sind (Prinzip der Normalität), ist die Psychoedukation bedeutend. Psychoedukation ist die Aufklärung und Information seelischer Prozesse nach einem Traumatischen Ereignis.

Die psychotraumatologische Erziehungsberatung hilft Eltern, das Verhalten des Kindes zu verstehen, seine Trigger zu erkennen und den Umgang mit Intrusionen und Flashbacks zu erlernen. Der traumapädagogische Teil der Erziehungsberatung zeigt den Eltern Wege auf, wie sie adäquat auf die Verhaltensweisen ihres Kindes eingehen können und ihm dabei helfen, wieder Vertrauen zu fassen.

Die extrem hohen psychischen Belastungen, Beziehungs- und Lebenserfahrungen von Pflegekindern kann das Pflegeelternsystem sehr herausfordern, sodass es ohne adäquate Unterstützung zu Abbrüchen kommen kann. Für ein erfolgreiches Pflegeverhältnis muss es dem Kind gelingen, wieder Vertrauen zu einer neuen Bezugsperson aufzubauen. Dies stellt nicht selten durch belastende Beziehungserfahrungen und unerfüllte Beziehungsbedürfnisse im Herkunftssystem eine erhebliche Herausforderung dar.

Pflegefamilien müssen in der Lage sein, dem pädagogischen Bedarf des Kindes zu begegnen; dafür benötigen sie traumapädagogische Handlungskompetenz sowie ein ausreichend psychotraumatologisches Wissen (Psychoedukation). Es ist wichtig, Pflegeeltern darauf vorzubereiten, Traumafolgestörungen und psychische Belastungen rechtzeitig zu erkennen, um den Kindern therapeutische Hilfe zukommen zu lassen.

Die Begleitung von Adoptions- und Pflegeeltern durch Fachkräfte mit traumapädagogischen Konzepten mildert die zu erwartende Belastung der Pflegeeltern. Damit bekommen traumatisierte Kinder und Jugendliche Entwicklungs- und Heilungschancen. Und sie können Vertrauen in eine Zukunft entwickeln, die mehr als nur Überleben bedeutet.

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